Prof. Dr. Anna Kasten

Forschungsprojekt

Gendersensible Interventionen von Sozialarbeitenden im Netz

Zunehmende Digitalisierung erfordert auch von Sozialarbeiter*innen die Entwicklung neuer Interventionsformen und stellt dementsprechend neue Anforderungen an deren Qualifikationen. Unter Digitalisierung werden hier die Aktivitäten von in verschiedenen Einrichtungen tätigen Sozialarbeiter*innen im Netz verstanden, insbesondere deren Beiträge auf Twitter. Die Nutzung sozialer Medien durch Sozialarbeiter*innen in deren beruflichem Handeln schafft Möglichkeiten für neue gendersensible Interventionsformen der Makrosozialarbeit („macro social work“). Diese Interventionen gehen über den Einzelfall hinaus und zielen auf Veränderungen auf der Ebene von Diskursen ab. Gendersensible Interventionen von Sozialarbeitenden sind zielgerichtetes, begründetes und theoriegeleitetes Eingreifen in Dominanzverhältnisse, Machtasymmetrien und Ausschlussmechanismen sowie soziale Ungleichheiten, die sich aus den Geschlechterstereotypen und tradierten Rollenvorstellungen ergeben. Damit jedoch die Sozialarbeitenden das Innovationspotenzial der sozialen Medien für ihr professionelles Handeln nutzen können, ist die Erfüllung von Qualifizierungsanforderungen, die der Einsatz sozialer Medien nach sich zieht, unabdingbar.
Bisher ist nicht empirisch untersucht worden, wie sich die Sozialarbeitenden soziale Medien aneignen und welche Anforderungen sich für ihr alltägliches berufliches Handeln ergeben, um gendersensible Interventionsformen der Makrosozialarbeit zu entwickeln.
Ziel der Studie ist es, Qualifizierungsanforderungen an Sozialarbeitende bei der Nutzung sozialer Medien aufzuzeigen. Daraus werden Handlungsempfehlungen für ein Weiterbildungsformat für Sozialarbeitende handlungsfeldübergreifend formuliert.

Projektleitung: Anna Kasten