Dr. Anna Kasten

Forschungsprojekt

Gendersensible Interventionen Sozialer Arbeit im Netz

Zunehmende Digitalisierung erfordert auch von Sozialarbeiter*innen die Entwicklung neuer Interventionsformen. Unter Digitalisierung werden hier die Aktivitäten von Einrichtungen im Netz verstanden, insbesondere also Beiträge auf Facebook, Twitter und Instagram. Interventionen Sozialer Arbeit können den Einzelfall betreffen oder über diesen hinausgehen. Der Fokus des Forschungsprojektes liegt auf Interventionsmaßnahmen, die über den Einzelfall hinausgehen, sich auf der Makro-Ebene abspielen und sich in die Diskurse einmischen. Gendersensible Interventionen Sozialer Arbeit sind zielgerichtetes, begründetes und theoriegeleitetes Eingreifen in die Vergeschlechtlichungs- und Sexualisierungsprozesse. Geschlecht und Sexualität als Machtkategorien wirken nie alleine sondern in Verbindung mit anderen Machtkategorien wie kulturelle oder soziale Zuschreibungen, körperliche oder psychische Fähigkeiten, Alter oder Religion.
Bisher ist kaum empirisch geklärt, welche Handlungsbedarfe die Sozialarbeitenden im Netz erkennen/identifizieren und welche gendersensiblen Interventionen sie daraufhin entwickeln. Um dieser Frage nachzugehen, werden sowohl die Konzeptionen drei exemplarisch ausgewählter Einrichtungen unterschiedlicher Arbeitsfelder als auch deren Beiträge und Aktivitäten auf Facebook, Twitter und Instagram untersucht. Des Weiteren werden Interviews mit Sozialarbeiter*innen durchgeführt. Das Datenmaterial wird mittels des Kodierverfahrens der Grounded Theorie ausgewertet.
Ziel des Projekts ist es zu ermitteln, was gendersensible Interventionen der Sozialen Arbeit im Netz charakterisiert. Darüber hinaus werden Handlungsempfehlungen für gendersensibles Intervenieren im Netz formuliert. Das Forschungsprojekt ist angesiedelt an der Schnittstelle von Geschlechter-, Digitalisierungs- und Professionsforschung.

Projektleitung: Anna Kasten
Laufzeit: Oktober 2019 bis März 2021