1.226 - Forschen – Aufarbeiten– Erinnern
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- FB Sozialwesen > Bachelor of Arts Soziale Arbeit (ab WiSe2019) > 1.226 - Vertiefung Methoden in der Sozialen Arbeit
- FB Sozialwesen > Bachelor of Arts Soziale Arbeit (ab WiSe2019) > 7. Semester (BASA)
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1.226 -
Seminar - Wintersemester 2026/2027
| Zeit / Ort: | Do, 9:30-12:45 Uhr (wöchentlich) |
| Veranstaltungsbeginn: | Thu , 29.10.2026 09:30 - 12:45 |
Teilnehmer: 7. Semester
Im Zentrum des methodischen Vertiefungsseminars stehen Aspekte der historischen Jugendhilfeforschung, der Aufarbeitung und der Erinnerungsarbeit -letztere ist auch von Bedeutung für eine historisch informierte Kinder- und Jugendhilfe im Heute. Anhand von Beispielen aus der Geschichte der Kinder- und Jugendhilfe werden Erkenntnisse und Methoden historischer Forschung vorgestellt und ihre Bedeutung für die Gegenwart diskutiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Auseinandersetzung mit der Jugendhilfe bzw. Heimerziehung in der DDR sowie in der Bundesrepublik der 1950er bis 1970er Jahre. Dabei werden auch Fragen des öffentlichen Erinnerns, der Anerkennung leidvoller Erfahrungen von Betroffenen sowie Ansätze der historisch-politischen Bildungsarbeit thematisiert. Ergänzend befassen wir uns mit aktuellen Diskussionen und Projekten rund um Aktenführung, Archivierung und Erinnerungskultur. Das Seminar wird in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern und Bildungsprojekten konzipiert und durchgeführt. Ein Kooperationspartner ist das Projekt „Kollektive Fuge – Vergessene Orte in Thüringen. Ein Bildungs- und Netzwerkprojekt“ des Thüringer Archivs für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk“. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit setzen wir uns insbesondere mit einem konkreten historischen Ort auseinander, der „Sonderschuleinrichtung für Körperbehinderte“ in Sülzhayn mit ihren angeschlossenen Internaten. Hier wurden Kinder und Jugendliche mit körperlichen Beeinträchtigungen betreut und beschult. Im Rahmen des Seminars besuchen wir den Ort, nähern uns seiner (DDR-)Geschichte und den damit verbundenen Lebensgeschichten über verschiedene Quellenzugänge , sowie der Frage, wie in der DDR mit behinderten Kindern und Jugendlichen umgegangen wurde. Darüber hinaus werden wir uns mit einem zweiten historischen Ort auseinandersetzen – dem Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau und seiner Bedeutung im System der DDR-Jugendhilfe. Geplant sind u. a. eine Exkursion zur Gedenkstätte sowie ein Zeitzeug*innengespräch. Ein zentraler Bestandteil des Seminars ist die Erschließung und Arbeit mit Quellenmaterial zur Sonderschule Sülzhayn. Die Arbeit erfolgt in Gruppen und wird in drei bis vier Einheiten des Seminars stattfinden. Ziel ist es dabei, die Quellen und Archivalien so aufzubereiten, dass sie als Stationen für einen entstehenden Rundgang genutzt werden können, mit dem sich unterschiedliche Zielgruppen, z. B. Schüler*innen, den Ort erschließen können. Die im Seminar gemeinsam in den Gruppen erarbeiteten Ergebnisse bilden zugleich die Grundlage für die zu erbringende Prüfungsleistung. Die Prüfungsleistung wird also aus der praktischen und inhaltlichen Arbeit im Seminar heraus entwickelt und ist weder als klassische Hausarbeit noch als Referat angelegt. Wie die Ergebnisse konkret für die Prüfungsleistung weiterbearbeitet und aufbereitet werden, wird im Seminar gemeinsam besprochen und genauer erläutert. Die Auseinandersetzung mit der Sonderschule Sülzhayn und die Arbeit mit dem Quellenmaterial erfolgen gemeinsam mit Stefanie Falkenberg und Dr.in Anne Stiebritz vom Projekt „Kollektive Fuge“. Das Seminar versteht sich somit als Raum des gemeinsamen Denkens, Entwickelns und Umsetzens. Organisatorisches: • Regelmäßig: 4 SWS, wöchentlicher Beginn ab 29.10. • Blockeinheiten:
- Freitag, 6.11.: halber Blocktag an der EAH (mit Manuela Rummel, Leiterin Gedenkstätte GJWH Torgau)
- Samstag, 7.11.: ganztägige Exkursion nach Torgau
- Samstag, 21.11.: ganztägige Exkursion nach Ellrich-Sülzhayn • Für die Blocktage entfallen entsprechend einige der regulären Wochensitzungen. Ich möchte darauf hinweisen, dass im Seminar auch Themen im Zusammenhang mit (sexualisierter) Gewalt und Machtmissbrauch in (öffentlicher) Erziehung besprochen werden.
Prof.in Dr.in Diana Düring
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