Prof.in Dr.in Anna Kasten

Führungskompetenzen der Sozialwirtschaft in der Arbeitswelt 4.0

Im Forschungsprojekt werden die Führungskompetenzen und die Führungskultur in der Caritas untersucht. Dabei liegt das Augenmerk auf der Bedeutung von Diversität in der Organisationskultur der Caritas sowie auf der Umsetzung der digitalen Agenda.

Ausgangspunkt

Führung und Wohlfahrt bilden seit jeher ein Spannungsfeld. Führung gestaltet jedoch die Grundlagen der Weiterentwicklung sozialer Dienste und gleichzeitig die Rahmenbedingungen der Personalentwicklung und der Organisationskultur. Heutzutage stellt der Umgang mit Diversität dabei einen entscheidenden Erfolgsfaktor für Organisationen dar. Hierarchisch steuernde Managementstrukturen sind nicht der gegenwärtigen und keinesfalls der zukünftigen Arbeitswelt angemessen. Deutlich wird, dass Führungskräften eine Schlüsselrolle im Gestaltungsprozess zugeschrieben wird, um in einer Organisationskultur den Abbau aller einstellungs-, struktur- und prozessbedingten Barrieren und Benachteiligungen zu initiieren.

Fragestellung

Im Fokus des Interesses steht die Frage, wie Führung im sozialen Bereich agil und vielfaltsgerecht agieren kann und welche Chancen und Handlungsbedarfe für einen Wohlfahrtsverband daraus erwachsen. Konkret sollen die Führungs- und Leitungskompetenzen, die in der Sozialwirtschaft in Zukunft verstärkt eine Rolle spielen, ermittelt werden. Wichtige Elemente sind unter anderem Transparenz, größtmögliche Partizipation an Entscheidungsprozessen, der offene Umgang mit Diskriminierung und Benachteiligung, die Implementierung von Weiterbildung in den Bereichen Diversity und Führung, die strukturelle Verankerung der Themen Gender und Diversity in der Organisation, ein ethisch fundiertes Menschenbild oder auch Möglichkeiten der Hinterfragung etablierter Denkmuster und Handlungsstrategien.

Methodisches Vorgehen

Bei der empirischen Studie handelt es sich um eine qualitative Untersuchung, die aus zwei aufeinander aufbauenden Phasen der Datenerhebung bestand. In der ersten Phase wurden Expert*ininterviews durchgeführt und in der zweiten Phase zwei Gruppendiskussionen. Das Datenmaterial wurde mit dem Kodierverfahren der Grounded Theory und mit der Software MAXQDA ausgewertet.

Handlungsempfehlungen

Aus den Erkenntnissen des Forschungsprojekts werden Handlungsempfehlungen für Weiterbildungsformate für die Führungskräfte formuliert.

Projektleitung: Prof. Dr. Anna Kasten und Prof. Dr. Andreas Lampert
Laufzeit: Juli 2019 bis April 2020
Gefördert durch den Deutschen Caritasverband e.V.